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Psychiatrische Universitätsklinik der Charité im St. Hedwig-Krankenhaus und Rotkreuz-Institut Berufsbildungswerk kooperieren

04.09.18,

Im Anschluss an eine psychiatrische Krankenhausbehandlung kann die „Ambulante Arbeitstherapie am Anderen Ort“ eine wichtige Brücke in den ersten Arbeitsmarkt sein. Über den unmittelbaren Zugang zur arbeitstherapeutischen Belastungserprobung ermöglicht sie den Teilnehmenden, sich beruflich zu stabilisieren und zu qualifizieren. Seit rund einem Jahr bieten die Psychiatrische Universitätsklinik der Charité im St. Hedwig-Krankenhaus (PUK Charité im SHK) und das Rotkreuz-Institut Berufsbildungswerk dieses vielversprechende Angebot gemeinsam an.

Besonders für psychisch erkrankte Menschen ist Arbeit wichtig, weil sie gesundheitlich und persönlich stabilisiert. Doch gerade Menschen mit Psychiatrieerfahrung haben es oft schwer, im Arbeitsleben wieder Fuß zu fassen. Umso wichtiger ist es, dass unterstützende Maßnahmen frühzeitig ineinandergreifen. Ein wesentliches Thema ist dabei die Belastbarkeit. Diese zu erproben und zu fördern, ist eines von vielen ergotherapeutischen Behandlungszielen der „Ambulanten Arbeitstherapie am Anderen Ort“.

Psychische Erkrankungen führen zu Einbußen der Belastbarkeit, zu Konzentrationsstörungen, Antriebsproblemen, Selbstzweifeln und Unsicherheiten, auch im Umgang mit anderen Menschen. Schwierigkeiten, den Tag zu strukturieren, sind oft eine weitere Barriere – sowohl für die Teilhabe am „normalen“ Arbeitsleben als auch für die gesellschaftliche Inklusion. Auf beiden Gebieten ist das Berliner Berufsbildungswerk langjährig erfahren. Seit mehr als 40 Jahren bietet es Menschen mit psychischen Be-einträchtigungen berufsvorbereitende Maßnahmen, darunter auch Arbeitserprobungen, Ausbildungen und seit neuestem auch berufliche Trainings an. Die „Ambulante Arbeitstherapie am Anderen Ort“ stellt daher eine sinnvolle Ergänzung dar.

Grundlage für dieses Angebot ist eine Vereinbarung der PUK Charité im SHK mit den Krankenkassen. Sie sieht vor, dass Ergotherapeut/innen der Klinik mit geeigneten Anbietern von Teilhabeprojekten zusammenarbeiten. Im fünften Sozialgesetzbuch wird die „Ambulante Belastungserprobung und Arbeitstherapie am Anderen Ort“ als akute, medizinische Heilbehandlung eingestuft.

Seit April 2017 erfolgt die Arbeitstherapie nun auch in Kooperation mit dem Rotkreuz-Institut Berufsbildungswerk (RKI BBW) in Berlin-Kladow und Prenzlauer Berg. „Mit dieser Kooperation schließen wir eine Lücke im Versorgungssystem. Bei uns im RKI BBW können sich Menschen mit psychischen Erkrankungen unter realen Bedingungen in einem sie unterstützenden Umfeld erproben, wie belastbar sie sind, und ihre beruflichen Fähigkeiten wieder aufbauen. Dies ist sowohl berufsnah als auch in anderen, bisher nicht ausgeübten Berufen möglich“, erklärt Andreas Kather, Geschäftsführer des RKI BBW. Da die Lebenswirklichkeit an sich schon therapeutisch wirksam sein könne, fördere ein früher Zugang die Inklusion, so Kather. Deshalb freue er sich sehr, dass die Kooperation mit dem Alexianer St. Hedwig-Krankenhaus in Berlin Mitte zustande gekommen ist.

Die Ambulante Arbeitstherapie muss fachärztlich verordnet, von den Ergotherapeut/innen der Klinik mittels eines differenzierten Behandlungsplans beantragt und vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen befürwortet werden. Sie kann zwischen drei Monaten und einem Jahr dauern. Ziel ist, gemeinsam mit den Patient/innen eine sich anschließende individuelle Perspektive im Bereich Bildung und/oder Arbeit und Betätigung zu entwickeln.

Im RKI BBW stehen dafür Plätze in fünf Berufsbereichen zur Verfügung. Diese reichen von kaufmännischen Berufen über Gartenbau, Metall- und Fahrradtechnik bis zur Informationstechnologie. Art und Umfang der Tätigkeiten werden individuell auf die Teilnehmenden abgestimmt. Die Vorbereitung erfolgt durch die klinischen Ergotherapeuten der Ambulanten Arbeitstherapie im Alexianer St. Hedwig-Krankenhaus, Versorgungsregion Berlin Mitte.

„Unsere Ergotherapeut/innen betreuen die Patient/innen sowohl in der Klinik als auch während der Arbeitstherapie am anderen Ort, in enger Absprache mit den behandelnden Fachärzten und den zuständigen Mitarbeitenden des RKI BBW. Das Besondere an dieser Kooperation ist, dass selbst Menschen mit langjähriger Psychiatrieerfahrung die Chance und die erforderliche Unterstützung erhalten, im Anschluss an die Therapie am Anderen Ort eine von der Industrie- und Handelskammer zertifizierte Ausbildung zu absolvieren – sei es im RKI BBW oder in Betrieben“, ergänzt Mechthild Niemann-Mirmehdi. Sie leitet die Therapeutischen Dienste und verantwortet die Ambulante Arbeitstherapie im Alexianer St. Hedwig-Krankenhaus.


Über das Rotkreuz-Institut Berufsbildungswerk im DRK Berlin gGmbH
Das Rotkreuz-Institut Berufsbildungswerk im DRK Berlin gGmbH (RKI BBW) ist seit mehr als 40 Jahren ein spezialisierter Leistungsanbieter in der Entwicklung von Teilhabemöglichkeiten für vorwiegend junge Erwachsene mit einer psychischen Beeinträchtigung. Jährlich absolvieren rund 250 junge Menschen vorberufliche und berufliche Maßnahmen, oder werden auf ihrem Weg in ein Arbeitsverhältnis unterstützt. Seit zwei Jahren hat das RKI BBW sein Angebot um Leistungen im Bereich der stationären Jugendhilfe erweitert. Im Rahmen der Jugendhilfeeinrichtung „Munita“ werden bis zu 30 Jugendliche dabei unterstützt, ihren Weg in ein selbstständiges Leben zu finden. Seit März 2018 hat das RKI BBW seine Leistungen im Bereich der beruflichen Rehabilitation im Rahmen eines Beruflichen Trainingszentrums (BTZ) weiter ausgebaut.

Kontakt RKI BBW
Rotkreuz-Institut Berufsbildungswerk im DRK Berlin gGmbH / Andreas Kather, Geschäftsführer
Krampnitzer Weg 83 - 87, 14089 Berlin / Tel. 030 365 02-117 / info@bbw-rki-berlin.de /
www.rkibbw.de

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Kontakt Alexianer St. Hedwig-Krankenhaus
Psychiatrische Universitätsklinik der Charité im St. Hedwig-Krankenhaus/ Mechthild Niemann-Mirmehdi, Leitung therapeutische Dienste PUK Charité m SHK / Große Hamburger Str. 5-11, 10115 Berlin /
Tel. 030 2311-2908 / m.niemann-mirmehdi@charite.de

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Tel. 030 2311-2551
b.jochum@alexianer.de
www.alexianer.de

 

 

 

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Tel.: (030) 67 41 - 25 40 und 23 11 - 25 51

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