Darmchirurgie

Erkrankungen des Dick-, und Enddarmes sind für viele Betroffene noch ein Tabuthema. Probleme des Darmes, wie beispielsweise Stuhlinkontinenz können jedoch gezielt chirurgisch behandelt werden. Ebenso kann die Operation von Krebserkrankungen des Dick- und Mastdarmes mit innovativen Operationsmethoden zu guten Behandlungsergebnissen führen.

In Bereich der Koloproktologie behandeln unsere spezialisierten Ärzte im Alexianer St. Hedwig-Krankenhaus Stuhlinkontinenz, After-, Dick- und Mastdarmerkrankungen. Darüberhinaus führen wir auch Operationen zur Anlage eines künstlichen Darmausganges durch (Stomatherapie). 

Den Bereich Koloproktologie (Darmchirurgie) erbringen wir in unserem zertifizierten Deutschen Beckenbodenzentrum (DBBZ)

Eine in sich geschlossene medizinische Versorgung im Zusammenwirken aller einzelnen Fachgebiete unter einem Dach ist für die Patientenversorgung von großem Vorteil. Kurze Wege zu hochkompetenten Ansprechpartnern in allen Bereichen erleichtern Behandlungspfade, garantieren eine qualitativ höchstwertige „Rundum-Versorgung“.

Dr. med. Eric P.-M. Lorenz, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie - Minimal Invasive Chirurgie

Für die Untersuchungen und Diagnose setzen wir die folgenden Disgnoseverfahren ein:

Rektoskopie und Proktoskopie

Die Rektoskopie (Mastdarmspiegelung) ist eine endoskopische Untersuchung des gasgefüllten Mastdarms mit einem starren oder flexiblen Spezialendoskop. Wird dabei nur der Analkanal untersucht, spricht man von einer Proktoskopie.

Die Rektoskopie ist eine wichtige Untersuchung zur Früherkennung von gut -und bösartigen Tumoren des Mastdarms. Außerdem können Entzündungen, Abszesse, Fisteln, Schleimhautvorfälle, Rektumwandvorfälle und Hämorrhoiden beurteilt werden.

Die Rektoskopie ist eine schmerzfreie diagnostische Untersuchung, die ambulant durchgeführt werden kann. Sie dauert nur wenige Minuten und kann ohne Betäubung durchgeführt werden. Bei der Untersuchung wird die Schleimhaut des Mastdarms, sowie damit verbundene Erkrankungen beurteilt. Dabei können auch Gewebeproben entnommen werden und zur weiteren feingeweblichen Untersuchung (Histologie) gegeben werden.


Anorektale Endosonografie

Die anorektale Endosonografie ist eine Ultraschalluntersuchung des Mastdarms und des Schließmuskels. Die Untersuchung ist schmerzfrei und kann ohne Betäubung durchgeführt werden. Die Endosonografie ist eine Standarduntersuchung bei End- und Mastddarmerkrankungen. Bei der Untersuchung kann das Schließmuskelsystem (Sphinktermorphologie, Defekte), der Mastdarm (Eindringtiefe von Tumoren) sowie die angrenzenden Strukturen (Fisteln, Abszesse) zur Abklärung krankhafter Veränderungen beurteilt werden.


Biofeedback / Elektrostimulation

Mit Biofeedback werden physiologische Vorgänge gemessen, die in akustische oder optische Signale umgewandelt, und mit Hilfe eines Computerbildschirms oder Lautsprechers sichtbar oder hörbar gemacht werden können. Durch Biofeedback kann die Muskelspannung ermittelt und in Form einer Kurve auf dem Bildschirm dargestellt werden. Versucht der Übende sich zu entspannen, so verändert sich die Kurve. Auf diese Weise kann der Zusammenhang zwischen Entspannung und den Körperprozessen erkannt werden. Das Ziel des Biofeedbacks ist, dem Übenden durch eine Rückkopplung (Feedback) unbewusste Körperfunktionen wahrnehmbar zu machen, um diese bewusst kontrollieren und steuern zu können.

Mit den Biofeedback-Geräten wird die Kontraktion der Beckenbodenmuskulatur trainiert und damit die Inkontinenzsymptomatik verbessert.

Wir bieten ein umfangreiches Behandlungsspektrum an:

Unser Behandlungsspektrum umfasst neben der Behandlung von Hämorrhoiden das gesamte Spektrum von möglichen Aftererkrankungen.

Bei bestimmten Defekten des Schließmuskels wenden wir operative Verfahren an, bei dem wir nach dem sogenannten Fast-Track-Konzept behandeln, so dass eine rasche Mobilisation und zeitige vollständige Nahrungsaufnahme gewährleistet ist. Seit 2006 haben wir Operationsmethode S.T.A.R.R. und Transtar (transanale Enddarmvollwandentfernung mit Stapler) zur Behandlung des inneren Mastdarmvorfalls eingeführt.

  • Operative Behandlung des Analprolapses (Vorfall der Schleimhaut und Haut des Darmausgangskanals nach außen)
  • Operative Hämorrhoidenbehandlung, z. B. Staplerhämorrhoidektomie nach Longo
  • Operative Behandlung von Analabszessen und Analfisteln
  • Operative Behandlung der Marisken (Hautfalten am After)
  • Operative und konservative Behandlung der Analfissur (Einriss der Haut- oder Schleimhaut des Afters) durch lokale Nitrattherapie, Botulinumtoxin oder operative Entfernung (Fissurektomie)
  • Operative und konservative Behandlung von Condylomen (Warzen in der Afterregion)

Das Behandlungsspektrum der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen umfasst wiederkehrende bzw. kontinuierliche entzündliche Erkrankungen des Darms. Bei den beiden häufigsten Erkrankungen, wie Colitis Ulcerosa und Morbus Crohn kann eine frühzeitige Diagnose und eine individuelle Therapie entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung sein.

  • Operative Therapie bei Morbus Crohn
  • Dünn- und Dickdarmstenosen, entzündliche Konglomerattumoren (große, aus mehreren einzelnen Tumoren bestehende Geschwulst) 
  • Operative Therapie der Colitis  Ulcerosa (chronisch entzündliche Darmerkrankung)
  • Kolektomien, Proktokolektomien, Pouchchirurgie (Entfernung des Dickdarms mit Anlage eines Puch), der die Funktion des Mastdarms übernimmt

Das Behandlungsspektrum der operativen Eingriffe an Dick- und Mastdarm umfasst neben dem Krebsleiden auch entzündliche Erkrankungen, wie die Divertikulitis (entzündliche Ausstülpungen am Darm) und funktionelle Erkrankungen an Dick- und Enddarm.

Unser spezialisiertes Team nimmt die operativen Eingriffe am Dick- und Mastdarm in enger Zusammenarbeit mit den Fachexperten des Bauchzentrums Mitte vor. Darüber hinaus führen wir zum fachübergreifenden Austausch regelmäßig Fallbesprechungen in gemeinsamen Tumorkonferenzen durch. Zur Nachsorge von Dickdarm-Operationen führen wir für unsere Patienten ein Fast-Track-Nachsorgeprogramm durch. Dabei erhalten Sie schon frühzeitig leichte Kost, sodass eine länger andauernde künstliche Ernährung nicht notwendig ist. Moderne Schmerztherapie sorgt dafür, dass Sie nach der Operation wieder schnell mobilisiert werden können.

  • Operative Therapie der Divertikulose des Dickdarms
  • Operative Therapie des Kolorektalen Karzinoms
  • Operative Therapie des Ulkus simplex recti (Druckgeschwür in der Enddarmschleimhaut)
  • Operative Therapie des kompletten Mastdarmvorfalls
  • Transanale mikrochirurgische Entfernung von Tumoren am Rektum

Das Behandlungsspektrum der Stuhlinkontinenz umfasst das Auftreten von Stuhlschmieren bis hin zum kompletten Verlust der Kontrolle über das Stuhlverhalten. Die Therapie besteht vorrangig in der Behandlung der ursächlichen Erkrankung. Bei bestimmten Defekten des Schließmuskelapparates wenden wir auch operative Verfahren an, bei denen wir nach dem sogenannten Fast-Track-Konzept behandeln, so dass eine rasche Mobilisation und eine schnelle vollständig normale Nahrungsaufnahme gewährleistet ist. Seit 2006 haben wir die Operationsmethode S.T.A.R.R. und Transtar zur Behandlung des inneren Mastdarmvorfalls neu eingeführt.

  •  Operative Rekonstruktion des Schließmuskels nach Geburtstraumen
  •  Operationen am After nach Verletzungen
  •  Behandlung von Beckenbodenschäden mit Mastdarmvorfall
  •  Behandlung von Rektozelen und Beckenbodensenkungen
  •  konservative und operative Behandlung der Obstipation
  • Implantation des künstlichen Afterschließmuskels, A.M.I. Soft-Band, Referenzklinik

Das Behandlungsspektrum der Stomatherapie umfasst die Beratung und Auswahl eines geeigneten Stomas und deren Handhabung, damit Ihre Lebensqualität so wenig wie möglich beeinträchtigt wird. Ein Stoma ist eine operativ angelegte Körperöffnung zur Ableitung von Stuhlgang. Das Anlegen eines Stomas (künstlicher Darmausgang) kann erforderlich sein, wenn die normalen Ausscheidungsfunktionen des Darmes aufgrund krankheitsbedingter Veränderungen nicht mehr möglich sind. Während des Klinikaufenthaltes und darüber hinaus steht die Stomatherapie unterstützend zur Seite, um Ihnen einen selbstständigen Umgang mit dem künstlichen Darmausgang zu ermöglichen.

  • Konservative und operative Behandlung und Beratung von Patienten mit künstlichen Darmausgängen
  • Anleitung zur Darmspülung, bei der das Einleiten von Wasser in den Dickdarm den Reflex zur Darmentleerung auslöst (Irrigation)

Zertfikat Kontinenz- und Beckenbodenzentrum

Zusätzlich zur Zertfizierung des DBBZ nach DIN ISO 9001 ist das Deutsche Beckenbodenzentrum auch als anerkanntes Kontinenz- und Beckenbodenzentrum der Deutschen Kontinenzgesellschaft e.V. zertifiziert.

Das Deutsche Beckenbodenzentrum (DBBZ) ist seit seiner Gründung im Jahr 2004 durchgehend als Kontinenz- und Beckenbodenzentrum durch die Deutsche Kontinenz Gesellschaft e. V. zertifiziert. Die fachübergreifende Zusammenarbeit der Kliniken für Urologie, Urogynäkologie und Viszeralchirurgie sichern so die transparente und verbindliche hohe Qualität bei Erkrankungen des Beckenbodens.

Zertfikat Interdisziplinäres Kontinenz- und Beckenbodenzentrum

Das Deutsche Beckenbodenzentrum (DBBZ) im St. Hedwig-Krankenhaus ist nach dem neuen bundesweiten Zertifizierungsverfahren durch ClarCert mit dem Zertifikat „Interdisziplinäres Kontinenz- und Beckenbodenzentrum“ ausgezeichnet.

Zu den speziellen Zertifizierungsanforderungen gehören unter anderem die Erfassung aller Komplikationen rund um die Operation sowie die Befragung der Patienten zur vor- und nachoperativen Lebensqualität und zur Zufriedenheit hinsichtlich des Operationsergebnisses.


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