Spezialstation 61 - St. Balthasar
Orientierung durch ruhige Atmosphäre und klare Strukturen
Viele ältere Patient*innen haben Probleme, sich in einer neuen Umgebung mit unbekannten Menschen, wie es bei einem Krankenhausaufenthalt der Fall ist, zurecht zu finden. Eine ruhige Atmosphäre und die Vorgabe von Strukturen helfen, die Orientierung zurückzuerlangen. Auf unserer Spezialstation werden vor allem Menschen mit Demenz und anderen kognitiven Beeinträchtigungen in einem sicheren Setting behandelt.
Spezialstation 61 – eine Modellstation von Geriatrie und Gerontopsychiatrie
Patient*innen der Geriatrie und der Gerontopsychiatrie sind eine vulnerable Klientel, die eine besonders sichere und ruhige Atmosphäre sowie klare Strukturen benötigt. Aus diesen Überlegungen entstand die Idee einer interdisziplinären Modellstation im St. Hedwig Krankenhaus. Auf unserer Spezialstation „St. Balthasar“, die in dieser Form seit 2016 besteht, sind 16 Betten mit geriatrischen und 18 Betten mit gerontopsychiatrischen Patient*innen belegt.
Durch diese interdisziplinäre Struktur können Synergieeffekte optimal genutzt werden. Patient*innen mit kognitiven Problemen und/oder psychischen Erkrankungen, die zur Behandlung einer somatischen Erkrankung in der Geriatrie stationär aufgenommen wurden, können zeitnah und ohne die Station verlassen zu müssen, von Psychiater*innen mitbehandelt werden. Umgekehrt können psychiatrische Patient*innen mit körperlichen Erkrankungen auf der Station von Internist*innen visitiert und konsiliarisch mitbetreut werden.
Besonderheiten in der Architektur und Inneneinrichtung
Die Spezialstation 61 „St. Balthasar“ mit Ein- bzw. Zweibettzimmern und integriertem Bad ist mit zwei begehbaren Lichthöfen in der ersten Etage des Neubaues beheimatet.
Im Sommer werden die Menschen, die sich im Lichthof an der frischen Luft aufhalten möchten, durch ein Dachsegel vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt. Die komplette Station ist farblich lebensfroh gestaltet. An beiden Seiten des Flures sind Handläufe zum Festhalten. Die Fensterbänke zum Lichthof laden zum Setzen und Verweilen ein.
Durch die beiden Lichthöfe ist die Station so angelegt, dass zwei kleine und ein großer Rundgang entstehen, um es bewegungsfreudigen Patient*innen zu ermöglichen, selbständig im sicheren Setting der Station herumlaufen zu können. Die Türen, die auf die Station führen, sowie alle Stationszimmertüren sind mit Transponder-Schließanlagen ausgestattet, um es auch kognitiv eingeschränkte Patient*innen zu ermöglichen, sich weitgehend frei bewegen zu können.
Im Patientenaufenthaltsraum gibt es eine spezielle Lichtanlage, mit der jede Tageszeit nachgeahmt werden kann. So kann morgens ein aktivierendes Licht und zum Abend hinein gedämpftes Licht angeschaltet werden. Zudem verfügt dieser Raum über eine Übungsküche, wo z. B. gemeinsam gebacken werden kann. Neben Uhren und Tafeln mit dem jeweiligen Datum nutzen wir auch Jahreszeitenbilder und Fotowände der Mitarbeitenden zur besseren Orientierung. Das Personal ist besonders geschult und sicher im Umgang mit Validierung.