Den Alltag bewältigen

In extremen persönlichen Problemsituationen lassen sich durch eine rechtzeitige Krisenintervention stationäre Krankenhausaufenthalte vermeiden. Anderseits können stationäre Krankenhausaufenthalte durch eine ambulante Nachsorge in unserer Psychiatrischen Institutsambulanz verkürzt werden. Hier unterstützen wir Sie ambulant, sich im Alltag wieder sozial zu integrieren und weiteren Krankenhausaufenthalten vorzubeugen. Unser Angebot richten wir insbesondere auch an Patienten mit Migrationshintergrund. 

Unsere Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) im Josefshaus ist ein ambulantes psychiatrisches multiprofessionelles Behandlungsangebot gemäß Paragraf 118, Fünftes Buch Sozialgesetzbuch. Sie ist sowohl für die Versorgungsregion Wedding als auch Tiergarten zuständig. 


Gemeindenah und vernetzt Die Psychiatrische Institutsambulanz ist Teil der gemeindenahen psychiatrischen Versorgung und steht mit allen sozialpsychiatrischen Einrichtungen des Bezirkes Mitte in Verbindung.

Wir richten uns schwerpunktmäßig an Patientinnen und Patienten, die auf Grund der Art, Schwere oder der Dauer ihrer psychiatrischen Erkrankung ein besonders komplexes Therapieangebot benötigen, das berufsübergreifend und kliniknahe in einem interkulturell kompetenten multiprofessionellen Team erbracht wird. Voraussetzung ist, das die Aufnahmekriterien der PIA erfüllt sind. Ziel der Behandlung ist ein möglichst hohes Wohlbefinden für die Patientinnen und Patienten zu erreichen.

Ziel der Behandlung ist ein möglichst hohes Wohlbefinden für die Patienten zu erreichen, Beeinträchtigungen gering zu halten, soziale Kontaktfähigkeit zu verbessern, ein erneutes Auftreten von Krankheitssymptomen abzufangen und Krankenhausbehandlungen zu vermeiden.

Prof. Dr. med. Meryam Schouler-Ocak, Leiterin der PIA

Behandlungsspektrum

In unserer Psychiatrischen Institutsambulanz im Josefshaus behandeln wir die folgenden Erkrankungsbilder:

  • Schizophrenien
  • Affektive und schizoaffektive Störungen
  • Schwere Persönlichkeitsstörungen
  • Chronifizierte Suchterkrankungen
  • Behandlung von Traumafolgestörungen

Ein Schwerpunkt stellt das Behandlungsangebot für Patienten mit Migrations- und Fluchthintergrund (Geflüchtete) dar. Wir sprechen zahlreiche Sprachen (z. B. Türkisch, Russisch, Farsi/Dari, Englisch, Französisch, Spanisch, Serbisch). Bei fehlenden Verständigungsmöglichkeiten bildet die Arbeit mit professionell qualifizierten Dolmetschern bei uns Standard.

Das komplexe Therapieprogramm richtet sich an:

  • Menschen, deren psychische Erkrankung einen chronischen Verlauf aufweist und die in diesem Rahmen bereits häufig erkrankt waren,
  • Menschen, die sich oft oder lange in stationärer Behandlung befanden,
  • Menschen, die durch ihre Erkrankung im sozialen Bereich Probleme haben (ungünstige Wechselwirkung von Krankheitssymptomen mit sozialen Anforderungen),
  • Menschen, die sich schwer auf eine Behandlung festlegen können und schon häufiger Behandlungen abgebrochen haben,
  • Menschen, die nicht nur eine schwerwiegende psychische Erkrankung haben, sondern an mehreren psychischen Erkrankungen leiden,
  • Menschen, die darauf angewiesen sind, dass wir sie regelmäßig oder in Krisensituationen zu Hause aufsuchen,
  • Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen, wenn sie die Aufnahmekriterien erfüllen,
  • Menschen, die eine ambulante Behandlung durch Bezugspersonen benötigen, die langfristig und kontinuierlich zur Verfügung stehen und eng mit der psychiatrischen Klinik verbunden sind,
  • Menschen mit Migrationshintergrund mit einer psychiatrischen Erkrankung
  • Flüchtlinge und Geflüchtete.

Aufnahme

Die Aufnahme in unsere interkulturell kompetente Psychiatrische Institutsambulanz erfolgt grundsätzlich mit einem Überweisungsschein des Haus- oder Facharztes, der zu jedem Quartalsbeginn vorgelegt werden muss. Eine Aufnahme mit der Chipkarte ist ebenfalls möglich. Die Behandlungsdauer ist individuell abhängig vom Krankheitsprofil und der Indikation. Gerne können Sie Termine telefonisch vorab vereinbaren.

Sie sind richtig bei uns, wenn Ihre psychische Erkrankung einen langwierigen Verlauf aufweist oder Sie sich wiederholt und lange in stationäre Behandlung begeben mussten. Wir sind außerdem für Sie da, wenn Sie sich wiederholt durch krankheitsbedingte Probleme im Alltag und besonders im sozialen Bereich überfordert fühlen. Wir unterstützen Sie auch, wenn Sie eine ambulante Behandlung durch Bezugspersonen brauchen, die Sie langfristig begleiten und eng mit unserer psychiatrischen Klinik verbunden sind.

  • Müttergruppe
  • Recovery-Gruppe
    Psychotherapiegruppen (Deutsch/Farsi/Dari)
  • Depressionsgruppe
  • Multikulturelle Gruppentherapien (dolmetschergemittelt)
  • DBT-Skillsgruppe, Außenaktivitätengruppe
  • Multikulturelle Interessenaktivitätengruppe
  • Psychoedukations-/Resilienzgruppe
  • Sozialorientierungsgruppe (dolmetschergemittelt)
  • Sozialberatungs- und Verselbstständigungsgruppe
  • „Nonverbale“ Therapiegruppen
  • Spiel, Spaß und Soziales-Kompetenztrainingsgruppe
  • Kaffee- bzw. Teegruppen
  • Frauen- bzw. Männergruppen (Türkisch, Farsi, Tignrinya)
  • Ambulante Lauf- und Nordic-Walking-Gruppe „Laufen für die Seele“
  • Ergotherapeutische Projektgruppen
  • Kochgruppe
  • Schwimmgruppe

In der Elternsprechstunde bieten wir verschiedene Angebote in enger Kooperation mit Hilfs- und Beratungseinrichtungen, wie zum Beispiel der Kinderschutzambulanz und den Babylotsen der Charité.

In der Beratungsstelle für seelische Gesundheit im Alter bieten wir medizinische und psychosoziale Information und Beratung bei Fragen und Problemen im Bereich der seelischen Gesundheit im Alter an.

Reicht eine ambulante psychiatrische Behandlung nicht aus, ist ebenso eine teilstationäre Behandlung in unseren psychiatrischen Tageskliniken möglich.  


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